Modell_Pylon

ARF

Präambel:
Die Reno-Racing Klasse „ARF“ soll unter keinen Umständen eine High-Tech-Klasse werden. Es ist für Modellsportler gedacht, die mit überschaubarem technischem Aufwand ein attraktives Modell mit auf den meisten Modellflugplätzen zulässigen Schallemissionen in Wettbewerben einsetzen. Entsprechend sind die nachfolgenden Regeln zu interpretieren und von der Jury und dem Veranstalter anzuwenden.

1 Austragungsorte und Termine
Die Austragungsorte und Termine können dem Mitgliedermagazin des DMFV “modellflieger”, der Fachpresse sowie der Homepage des Fachreferats Air-Racing unter https://air-racing.dmfv.aero entnommen werden.

2 Anmeldung
2.1
Zur Anmeldung zum Wettbewerb muss ein gültiger Versicherungsnachweis vorgelegt werden.
2.2
Die Anmeldung erfolgt über den ausrichtenden Verein. Anmeldeschluss ist jeweils der erste Wettbewerbstag um 9:00 Uhr.
2.3
Für den Wettbewerb wird ein Startgeld, dessen Höhe vorher bekanntgegeben wird, erhoben. Das Startgeld beinhaltet die Bereitstellung von Treibstoff für die Dauer des Wettbewerbs. Schüler, Auszubildende, Wehrpflichtige, Zivildienstleistende und Studenten sind nach Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung vom Startgeld befreit.
2.4
Mit seiner Anmeldung erkennt der Teilnehmer diese Ausschreibung an.

3 Allgemeine Teilnahmebedingungen
3.1
Die Mitgliedschaft im Deutschen Modellflieger Verband e.V. ist nicht Teilnahmebedingung.

3.2
Anweisungen der Wettbewerbsleitung und ihrer Beauftragten müssen Folge geleistet werden.

3.3
Undiszipliniertes Fliegen sowie grob unsportliches Verhalten hat die sofortige Disqualifikation zur Folge.

3.4
Die Ausschreibung ist für alle Teilnehmer und Ausrichter verbindlich. Änderungen durch den Ausrichter sind nicht zulässig.

3.5
Jeder Teilnehmer ist dafür verantwortlich, dass seine Modelle in einwandfreiem technischem Zustand sind, und dass er über ausreichende Erfahrungen zum Steuern seines Modells verfügt.

3.6
Der Wettbewerbsleiter hat das Recht, von jedem Teilnehmer einen Testflug zu verlangen, in dem die Flugtüchtigkeit des Modells und die Fähigkeit, des Piloten, das Modell über die Strecke zu fliegen, nachgewiesen wird.
Gewinnt der Wettbewerbsleiter während des Rennens den Eindruck, dass ein Modell unregelmäßig, gefährlich oder so niedrig fliegt, dass Andere gefährdet sind, muss er das sofortige Landen des Modells veranlassen.

4 Pilotensprecher
4.1
Die Teilnehmer wählen beim ersten Rennen der Saison einen Pilotensprecher. Dieser wird auf ein Jahr gewählt und vertritt die Interessen der Piloten gegenüber dem Verband.
4.2
Ist der gewählte Pilotensprecher bei einem Rennen nicht anwesend, wählen die Teilnehmer für die Dauer des Rennens einen Vertreter.

5 Jury und Proteste
5.1
Die Aufgabe der Jury ist die Entscheidung über eingereichte Proteste.

5.2
Vor dem Wettbewerb wird eine Jury gebildet. Diese setzt sich aus einem Vertreter des Veranstalters, dem Pilotensprecher sowie einem durch die Gesamtheit der Teilnehmer gewählten Teilnehmer zusammen.

5.3
Proteste können nur von Wettbewerbsteilnehmern eingelegt werden.

5.4
Proteste sind schriftlich bis spätestens 30 Minuten nach dem betreffenden Durchgang bei der Wettbewerbsleitung einzureichen. Die Protestgebühr beträgt € 15,00. Bei einer positiven Entscheidung der Jury wird die Protestgebühr zurückgezahlt.

6 Begriffsbestimmung der Modelle

6.1 Allgemeine Bestimmungen
6.1.1
Es sind nur ARF Modelle aus Großserienproduktionen erlaubt.
6.1.2
Tragflächen dürfen nicht in Schalenbauweise (z.B. Voll-GFK) erstellt sein.
6.1.3
Die Modelle müssen vorbildähnliche Nachbauten kolbenmotorgetriebener Warbirds, deren abgeänderter Rennversionen oder Rennflugzeuge aller Epochen sein.
6.1.4
Das Vorbild muss einwandfrei zu erkennen sein. Auf Nachfrage ist ein entsprechender Nachweis vorzulegen.
6.1.5
Die aerodynamische Form des Modells darf nicht verändert werden.
6.1.6
Bei Reparaturen müssen die ursprünglichen Abmessungen und Profilkonturen eingehalten werden.

6.2 Anlenkung
Die Art und Weise der Anlenkungen ist freigestellt, Verkleidungen der Anlenkungen sind zulässig, eine innenliegende Anlenkung ist nicht zulässig, wenn diese nicht bereits vom Hersteller vorgesehen ist.

6.3 Fahrwerk
6.3.1
Das Fahrwerk kann verändert oder getauscht werden, die Art und Position ist jedoch beizubehalten.
6.3.2
Einziehfahrwerke dürfen nur nachträglich eingebaut werden, wenn dies vom Hersteller vorgesehen ist.
6.3.3
Bei einem starren Fahrwerk müssen die Räder einen Mindestdurchmesser von 50mm, eine Reifendicke von 15mm und eine runde oder flache Lauffläche haben.
6.3.4
Radverkleidungen müssen, wenn diese im Baukasten enthalten sind verwendet werden, dürfen aber angepasst werden.

6.4 Gewicht und Abmessungen:
Der minimale Flächeninhalt der Tragfläche beträgt 32qdm, die Mindestspannweite 1350 mm und das Mindestgewicht 2400 Gramm.

6.5 Motoren
6.5.1
Zugelassen sind nur im Handel erhältliche Motoren mit Seitenauslaß und Fronteinlass.
6.5.2
Der Maximale Hubraum beträgt 8,73ccm (0.53)
6.5.3
Die Motoren müssen mit einem funktionsfähigen Drosselvergaser versehen sein. Ein Abstellen des Motors muss jederzeit möglich sein.
6.5.4
Veränderungen jeder Art sind nicht erlaubt. Propellermitnehmer dürfen nachgerüstet werden.

6.6 Schalldämpfer
6.6.1
Der Schalldämpfer darf eine maximale Länge von 280mm und einen maximalen Durchmesser von 50mm nicht überschreiten.
6.6.2
Gemessen wird von der Glühkerze über die Mittellinie des Dämpfersystems bis zum Ende des Dämpfertopfes.
6.6.3
Bei Topfschalldämpfern, die aus einem angesetzten Dämpfertopf bestehen, wird die Länge von der Glühkerze bis zur Topfmitte plus Topflänge gemessen.

6.8 Propeller
6.8.1
Es sind nur Propeller der Marke Advanced Precision Compisites (APC) mit der Blattform „Sport“ zugelassen.
6.8.2
Es sind nur Propeller in den Durchmessern 10 und 11 Zoll (25 und 28cm) zugelassen.
6.8.3
Die Mindeststeigung beträgt für Propeller mit 10 Zoll (25cm) Durchmesser 9 Zoll (23cm) und für Propeller mit 11 Zoll (28cm) Durchmesser 7 Zoll (18cm).
6.8.4
Eine Veränderung der Propeller ist, bis auf die Auswuchtung, nicht zulässig.

7 Treibstoff
7.1
Der Treibstoff wird vom Veranstalter gestellt und darf nicht verändert werden.
7.2
Die Zusammensetzung des Treibstoffs wird durch das Fachreferat Air-Racing bekannt gegeben.

8 Frequenzen
Jeder Teilnehmer hat mindestens einen Ausweichquarz mitzuführen.
Ein Quarzwechsel muss jederzeit auf Verlangen der Wettbewerbsleitung durchführbar sein.

9 Beschreibung der Rennstrecke
Entsprechend den Platzverhältnissen stehen die Pylone 180m bis 150m auseinander. Es ist eine Distanz von 180m anzustreben.

10 Durchführung des Rennens
10.1 Anzahl der Teilnehmer
Ein Rennen besteht aus drei Teilnehmern. Ergeben sich aus der Teilnehmerzahl Rennen mit weniger Teilnehmern, können bis zu zwei Rennen mit jeweils zwei Teilnehmern gebildet werden.

10.2 Einteilung der Durchgänge
Nach jedem Durchgang werden die Einzelrennen neu eingeteilt.
Aus sportlichen Gründen ist darauf zu achten, dass soweit wie möglich gleichwertige Piloten in den Rennen zusammen eingeteilt werden. Dabei ist die Punktzahl des vorangegangenen Laufes zu beachten.

10.2 Vorbereitung
Nach Aufruf werden die Modelle in enttanktem Zustand an der Startstelle betankt und dürfen den Startbereich anschließend nicht mehr verlassen.
Nach Aufruf des Rennens begeben sich die Teilnehmer mit ihren Modellen und Helfern auf die Startfläche. Pro Pilot ist ein Helfer zulässig.

10.3 Start der Motoren und der Modelle
Nach der Identifikation der Modelle werden auf Anweisung des Startleiters die Motoren angelassen. Die Modelle starten anschließend per Bodenstart und werden in den vorher festgelegten Warteraum eingeflogen. Für diesen Vorgang stehen 2 Minuten zur Verfügung. Nach Ablauf dieser Zeit darf kein Modell mehr gestartet werden.

10.4 Start des Rennens
Wenn sich alle Modelle im Warteraum befinden, spätestens jedoch nach 2 Minunten, beginnt der Startleiter mit einem Countdown von 10 Sekunden. Bei Beendigung des Countdowns beginnt das Rennen an der Startlinie am Pylon 1 gegenüber den Piloten. Ein Queranflug auf die Piloten ist nicht gestattet.

10.5 Frühstart
Bei einem Frühstart erfolgt die Ansage „Frühstart’’ durch den bei den Piloten stehenden Startleiter. Diese Ansage muss eindeutig und unmittelbar erfolgen. Danach muss der betroffene Pilot die Startlinie vor einem Kreuzen des zweiten Pylons erneut überfliegen, bei Nichtbeachtung wird der Flug mit 0 Punkte bewertet.

10.6 Wendemarkierungen
90° zu Pylon 2 steht eine Signalanlage, die anzeigt, wann das Modell die Grundlinie 2 überfliegt.
Auf- und Abschwünge während des Rennens sind nicht erlaubt.
Aus Sicherheitsgründen und zur Vermeidung von Kollisionen wird die Umrundung der Pylons empfohlen, es gilt aber der Überflug der jeweiligen Grundlinie.

10.7 Ungültige Umrundungen des ersten Pylons
Bei nicht gültiger Umrundung der Grundlinie 1 wird jeweils ein Punkt von der Bewertung abgezogen.
In den Finalläufen wird bei einem Cut an der Grundlinie 1 der betroffene Pilot in der Finalwertung um einen Platz in zurückgesetzt.

10.8 Ungültige Umrundungen des zweiten Pylons
Bei nicht gültiger Umrundung des Pylons 2 bzw. der Grundlinie 2 zählt die geflogene Runde nicht und muss komplett nachgeflogen werden.

10.9 Kollisionen und Abbruch des Rennens
Bei Kollision, haben die betroffenen Piloten sofort zu landen. Bei unklaren Situationen kann der Startstellenleiter das gesamte Rennen abbrechen.
Nach Überprüfung der Modelle haben die an einer Kollision Beteiligten die Möglichkeit zum Reflight. Es kann ein Ersatzmodell eingesetzt werden. Beide Teilnehmer fliegen um 2 und 3 Punkte, wenn der von der Kollision nicht betroffene Teilnehmer seinen Flug beenden konnte und um 3 und 4 Punkte, wenn der nicht Betroffene seinen Flug nicht beenden konnte.
Gleiches gilt auch bei Abbruch des Rennens durch den Startstellenleiter.

10.10 Dauer
Das Rennen geht über 9,5 Runden.

11 Bewertung
11.1 Bewertung des Rennens bei 3 Teilnehmern
1. Platz: 4 Punkte
2. Platz: 3 Punkte
3. Platz: 2 Punkte

11.2 Bewertung des Rennens bei 2 Teilnehmern
1. Platz: 4 Punkte
2. Platz: 3 Punkte

11.3 Bewertung von nicht beendeten Rennen
Wenn das Rennen nicht beendet wird, wird das Rennen mit 0 Punkten bewertet.

11.4. Anzahl der Durchgänge
Es ist eine Anzahl von mindestens 6 Durchgängen anzustreben.
Diese werden anschließend als Vorläufe gewertet.

11.5 Voraussetzungen für Finalrennen
Bei einer Teilnehmerzahl von unter 12 Teilnehmern werden ein Gold- und ein Silberrace gebildet.
Bei einer Teilnehmerzahl ab 12 Teilnehmern werden ein Gold-, ein Silber- und ein Bronzerace gebildet.

11.6 Einteilung der Finalrennen
Aus den Punktwertungen der Vorläufe wird eine Rangtabelle gebildet. Nach dieser Tabelle werden die Plätze 1-3 in das Goldrace, die Plätze 4-6 in das Silberrace und die Plätze 7-9 in das Bronzerace eingeteilt.
Bei Punktgleichheit zwischen Teilnehmern wird in der folgenden Reihenfolge entschieden: Anzahl der Siege, Anzahl der höheren Platzierungen in den Vorläufen, direkte Vergleiche in den Vorläufen. Führen diese Kriterien zu keinem Ergebnis, muss ein Stechen durchgeführt werden.

11.7 Vergabe von Tagespokalen
Pokale werden jeweils für die Gruppensieger im Gold-, Silber- und Bronzerace vergeben.

11.8 Wertung für die Reno Trophy
Zur Wertung für die Reno Trophy werden die drei besten Vorlaufplatzierungen eines Kalenderjahres gewertet. Der erste Platz im Vorlauf wird mit 15 Punkten bewertet. Alle weiteren Plätze werden mit jeweils einem Punkt weniger als dem Vorhergegangenem bewertet. Ab dem 16. Platz wird kein Punkt gewertet. Bei Punktgleichheit wird nach der Höhe der Einzelplatzierungen entschieden.

11.9 Vergabe von Jahrespokalen
Die Wertung der Reno Trophy wird auf dem letzten Wettbewerb einer Saison durchgeführt. Es werden Pokale an die ersten 5 der Jahresrunde vergeben.

11.10 Vergabe des Newcomerpokals
Die Wertung für den Newcomerpokal wird auf dem letzten Wettbewerb einer Saison durchgeführt. Für den Newcomerpokal werden alle Rennergebnisse eines Kalenderjahres der Teilnehmer, die bisher noch nie an einem Reno Racing Wettbewerb teilgenommen haben, analog zur Reno Trophy Wertung gewertet. Der Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl erhält den Newcomerpokal in Form eines Pokals und eines Wanderpokals.
Der Wanderpokal muss spätestens auf dem letzten Wettbewerb der folgenden Saison wieder an den Sportreferenten Air-Racing übergeben werden.

Unlimited Reno Racing

Präambel
Im Gegensatz zu ARF-Reno- Racing stellt diese Klasse erhöhte technische Ansprüche an Modell und Motoren. Diese Klasse ist für den ambitionierten Teilnehmer gedacht, der sein Modell selber entwickelt, optimiert und somit über ein Luftsportgerät auf hohem Leistungsniveau mit auf den meisten Modellflugplätzen zulässigen Schallemissionen verfügt.
Entsprechend sind die nachfolgenden Regeln zu interpretieren und von der Jury und dem Veranstalter anzuwenden.

Bis auf die im Folgenden explizit benannten Abweichungen gelten alle Regeln der ARF-Klasse auch für die Unlimited-Klasse

Folgende Regeln entfallen:
6.1.1
6.1.5
6.1.6
6.3.2
6.3.4
6.6.2
6.6.3
11.10

Folgende Regeln weichen gegenüber den Regeln der ARF-Klasse ab:
6.1.2
Die Mindestprofildicke beträgt 14% über die gesamte Spannweite mit Ausnahme der Randbogen. Die maximal erlaubte Flügelstreckung beträgt 7,5. Tragflächen in Schalenbauweise sind zugelassen.

6.2 Anlenkung
Die Art und Weise der Anlenkungen ist freigestellt.

6.3.1
Die Position des Fahrwerks muss der des Originals entsprechen.

6.4 Gewicht und Abmessungen:
Der minimale Gesamtflächeninhalt von Tragfläche und Leitwerk beträgt 35qdm, die Mindestspannweite 1350 mm und das Mindestgewicht 2400 Gramm.

6.5.1
Zugelassen sind nur im Handel erhältliche Motoren. Die Position des Einlasses und des Auslasses sind freigestellt.

6.6.1
Bauart und Abmessungen des Schalldämpfers sind freigestellt. Resonanzrohre müssen mit einem 2 Kammerdämpfer versehen sein.